Münster

(1930 – 1940)

Lehre und Leben

Im September 1930 wurde er als Philosophieprofessor an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster berufen. Nur anfangs taten sich einige Dozenten schwer mit der Akzeptanz des neuen Kollegen, da er nicht von der Fakultät berufen war, und Peter Wust selber musste sich an die – von seinem Standpunkt aus – langsamere westfälische Mentalität gewöhnen. Seine Vorlesungen im Auditorium Maximum waren beliebt. Neben den guten Beziehungen zu den Franziskanern in Münster (die auch einen Teil seines Nachlasses verwalten) bildete sich um ihn bald ein Freundeskreis auch außerhalb der Universität: “(…) daß ich gerade hier in Münster einen Freundeskreis gewann, der mir in jeder Hinsicht Heimat wurde. (…)“ Wust wohnte am Straßburger Weg im Süden Münsters, das Dorf Mecklenbeck war nicht weit. Samstags ging er mit einer Reihe von Studenten, unter ihnen Dr. Walter Rest, Verfasser des Beitrags “Der Philosoph P. W. und Mecklenbeck”, ins Gasthaus Lohmann in der (damaligen) Bauerschaft. Hier wurde zwanglos diskutiert, ein regelmäßger Gesprächspartner war der Pfarrektor von M., Dr. Ferdinand Vorholt. Hier las Peter Wust Teile des Buches “Ungewißheit und Wagnis” vor, an dem er gerade schrieb. [Anm. 6] Gern und oft weilte er auch im Café Schucan.

Krankheit und Abschied

Seit Ende 1937 litt Peter Wust an Oberkieferkrebs, woran er schließlich auch mit 56 Jahren starb. Die Behandlungen brachten immer nur eine zeitweise Linderung. Er ertrug die ständigen Schmerzen und die zunehmende Schwäche mit großer Würde in tiefer Gläubigkeit. Im “Abschiedsbrief” schrieb er von dem Krebs als “… der mir von Gott geschenkten Krankheit“. [Anm. 7]. In dieser Zeit beendete er “Gestalten und Gedanken”. Am 16. Februar 1938 verabschiedete er nach einer Vorlesung von seinen Studenten, am 18. Dezember 1939 schrieb er den “Abschiedsbrief” an seine Studenten. Darin betont er noch einmal, dass der höchste Zugang zur “Weisheit des Lebens” im Gebet, nicht in der Reflexion liege.[Anm. 8] Am 22. September 1942 wurde dieses viel gelesene Abschiedswort von der Gestapo im Verlag Regensberg beschlagnahmt. Peter Wust wurde seinem Wunsch entsprechend auf dem Friedhof von Mecklenbeck (am Vorholtweg) begraben. Sein Diskussionspartner Dr. Ferdinand Vorholt († 1954) hielt bei seinem Begräbnis eine Ansprache, er wurde später neben ihm bestattet. [Anm. 10] Die Grabinschrift [Anm. 10] enthält auf Wunsch Peter Wusts drei lateinische Verse aus “Dies irae, dies illa”,